Stillzeit

FRAUEN

Jod, Zink und Eisenbedarf sind während der Stillzeit um etwa 50 % erhöht (1). Neben einer Jodeinnahme von 100–150 µg wird stillenden Müttern daher eine Eisenaufnahme von 30 mg am Tag über die Ernährung empfohlen.

Aufgrund der vielfach schon durch die Schwangerschaft entleerten Eisenspeicher, die Bothwell (2) wie folgt beziffert:

  • Fetus 270 mg
  • Plazenta 90 mg
  • Zunahme der Erythrozyten 450 mg
  • Geburt (Blutung) 150 mg

entsteht schon vor der Stillzeit ein Eisennettoverlust von bis zu 1000 mg. Dies entspricht rund 100 Punkten auf der Ferritin-Skala in µg/l. Natürlich kann so ein Verlust idealerweise durch die Ernährung ausgeglichen werden. Die Erfahrung lehrt allerdings, dass dies alles andere als einfach ist. Wie Sie Ihre Ernährung im Hinblick auf die Eisenaufnahme optimieren können, lesen sie hier.



Und wenn bereits 38 % der Schwangeren einen Eisenmangel haben, dann nehmen diese ihn natürlich mit in die Stillzeit, so es aufgrund des weiterhin erhöhten Bedarfs schwierig bleibt, den Mangel auszugleichen. Dies wäre allerdings wichtig, denn Gynäkologen weisen darauf hin, dass eine Eisenmangelanämie bei Wöchnerinnen mit der Wochenbettdepression, depressiven Verstimmungen und Stress in Zusammenhang stehen. Solche unerwünschten Zustände stören die Versorgung der Säuglinge durch die Mutter und können die Mutter-Kind-Beziehung zusätzlich belasten.


Wenn der Ausgleich eines niedrigen Eisenmangels vor der Schwangerschaft und während der Schwangerschaft nicht gelingt und sich dadurch in der Stillzeit eine Eisenmangelanämie, also ein manifester Eisenmangel, ausbildet, dann wird folgendes Therapieregime empfohlen (3):

SCHWEREGRAD DER BLUTARMUT THERAPIE
Hb < 10 g/dl

Eisentabletten (Eisen-II-Sulfat 200 mg/d,) alternativ Eiseninfusionen

 

Hb < 8 g/dl oder Serumferritin < 12 μg/l

 

Eiseninfusion
Schwere peripartale Blutverluste mit
Symptomen des Volumenmangels
Bluttransfusion


Quelle

(1) Adv Exp Med Biol. 2004;554:91-100.

(2) Am J Clin Nurt. 2000; 72 (suppl): 257S-264S

(3) Bergmann RL. et al. Diagnostik und Behandlung der Anämie und des Eisenmangels in der Schwangerschaft und im Wochenbett. Geburtsh Frauenheilk 2009; 69: 682-686