Nieren-Erkrankung

EISENMANGEL

Die Niere ist wichtig für die Entgiftung des Körpers. Doch das lebensnotwendige Organ kann geschädigt werden durch Bluthochdruck und Zuckererkrankung.

Nierenerkrankungen sind ein wesentliches Problem unserer modernen Gesellschaft. 2,3 % der Menschen haben eine relevant eingeschränkte Nierenfunktion. Mit höherem Lebensalter treten die Beschwerden öfter auf (Girndt M et al, The prevalence of renal failure—Results from the German Health Interview and Examination Survey for Adults, 2008–2011 (DEGS1), Dtsch Arztebl Int 2016; 113(6): 85-91).

Die Einschränkung der Nierenfunktion wird von der "National Kidney Foundation" in ihren klinischen Leitlinien im Rahmen der "Kidney Disease Outcomes Quality Initiative" (NKF KDOQI) in 5 Stadien eingeteilt:

 


Eisenwerte kontrollieren.


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Stadium GFR Beschreibung
 1 <90 normale Nierenfunktion 
2 60-89 milde Funktionseinschränlung
3 30-59 moderate Funktionseinschränlung
4 15-29 schwere Funktionseinschränlung
5 <15 chronisches Nierenversagen, Dialysepflicht

 

Die Niere ist neben der Entgiftung des Körpers auch für die Blutbildung von entscheidender Bedeutung, da Sie das Hormon "Erythropoetin", das für die Blutbildung verantwortlich ist, herstellt und reguliert. Ab dem 3. Stadium der Nierenfunktionsbeeinträchtigung ist die Blutbildung erschwert, da oft ein funktioneller Eisenmangel vorliegt. In diesem Falle ist zwar Eisen vorhanden, es kann aber nicht ausreichend zur Blutbildung genutzt werden. Um die Blutarmut und die damit einhergehenden Symptome wie Müdigkeit und Schwäche zu behandeln kann man blutbildungsfördernde Substanzen einsetzen, muss aber, aufgrund des erschwerten Einbaus von Eisen in die roten Blutkörperchen, die Patienten auf vergleichsweise hohe Ferritinspiegel einstellen.

 

Bei blutarmen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung, bei denen ein Anstieg des Hämoglobins erwünscht ist, und die bisher nicht mit Eisen oder blutbildungsfördernden Stoffen behandelt wurden, empfehlen die KDOQI-Leitlinien bei Transferrinsättigungswerten < 30 % und Ferritin < 500 µg/l eine Therapie mit intravenös verabreichtem Eisen.

 

Der Ferritin-Zielwert für Patienten mit fortgeschrittener Nierenerkrankung mit Blutarmut, die sich keinem Blutwäscheverfahren (Dialyse) unterziehen, liegt also bei > 500 µg/l. Dies betrifft vor allem Patienten mit einer Niereninsuffizienz im Stadium 3 und 4. Da diese Patienten nicht immer durch einen Nephrologen (Nieren-Facharzt) betreut werden, sollten betreuende Allgemeinärzte auf die Problematik des veränderten Eisenstoffwechsels hingewiesen werden. Gegebenenfalls sollte die Überweisung an einen Internisten/Nephrologen erfolgen.

 

Für Dialyse-Patienten, bei denen regelmäßige Blutwäschen durchgeführt werden müssen, um die fehlende Nierenfunktion auszugleichen, werden durch die behandelnden Nephrologen routinemäßig intravenöses Eisen und blutbildungsfördernde Substanzen verabreicht.