Ursachen von Eisenmangel

EISENMANGEL

In den üblichen Studien wird Eisenmangel als Eisenmangelanämie definiert, also um einen fortgeschrittenen, manifesten Eisenmangel. Schon bei dieser sehr strengen Definition leiden 2 Milliarden Menschen weltweit unter Eisenmangel.

Dies sind 30–48 % der Einwohner von Entwicklungsländern 4–20 % der Einwohner von westlichen Industrienationen. Besonders hoch sind die Raten von Eisenmangelanämien bei Frauen im gebärfähigem Alter. Bei Männern ist die Häufigkeit von Eisenmangelanämien geringer (Iron deficiency anemia in adolescents; a literature review, Nutr Hosp. 2014;29(6):1240-1249) 



Ein Eisenmangel mit all seinen beschriebenen Folgen kann durch eine verminderte Aufnahme, eine gestörte Resorption oder durch erhöhte Eisenverluste entstehen.

Verminderte Aufnahme

  • Kalorienreduzierte Diäten bringen in der Regel auch eine verminderte Mikronährstoffaufnahme mit sich.
  • Einseitige Ernährung mit Weißmehlprodukten, wie Sie heute in unserer Gesellschaft üblich ist, führt oft zu Eisen- und Mikronährstoffmangel.
  • Vegetarische und vor allem vegane Kost kann zu einer geringeren Eisenaufnahme führen. Bei geschickter Nahrungsauswahl mit vielen Vollkornprodukten muss dies allerdings keinesfalls der Fall sein.

Verminderte Resorption

  • Zu einer verminderten Resorption kommt es bei pflanzenbetonter Kost (durch die Phytinsäure in Pflanzen)
  • Eine verminderte Mikronährstoffaufnahme tritt oft bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, weniger Colitis ulcerosa auf.
  • Autoimmunerkrankungen wie die Zöliakie (Die Immunantwort auf Gluten aus Weizen schädigt die Dünndarmschleimhaut).
  • Medikamente wie Antazida und Protonenpumpeninhibitoren (Säureblocker)
  • Erhöhte Phosphataufnahme (Currywurst, Cola)
  • Erhöhte Oxalataufnhame
  • Erhöhte Tanninaufnahme (Rotwein)

Erhöhte Verluste

  • Ein erhöhter Eisenverlust tritt bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa auf.
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Monatsblutung bei Frauen
  • Blutverlust bei operativen Eingriffen
  • Bösartige Tumor-Erkrankungen
  • Magen- und Darm-Tumoren
  • Hämorrhoidalleiden
  • Leistungssport mit Mikrohämolyse und erhöhte Verluste
  • Blutspenden
  • Parasitäre Erkrankungen
  • Schwangerschaft, Geburt
  • Stillzeit
  • Verwendung einer Spirale zur Empfängnisverhütung
  • Chronische Infekte
  • Nierenerkrankungen (Glomerulonephritis)
  • Uterusmyome, gutartige Wucherungen der Gebärmutter
  • Einnahme gerinnungshemmender Arzneimittel wie Marcumar, Aspirin, Antirheumatika (NSAR)