Ursachen von Eisenmangel

EISENMANGEL

In den üblichen Studien wird Eisenmangel als Eisenmangelanämie definiert, also um einen fortgeschrittenen, manifesten Eisenmangel. Schon bei dieser sehr strengen Definition leiden 2 Milliarden Menschen weltweit unter Eisenmangel.

Dies sind 30–48 % der Einwohner von Entwicklungsländern 4–20 % der Einwohner von westlichen Industrienationen. Besonders hoch sind die Raten von Eisenmangelanämien bei Frauen im gebärfähigem Alter. Bei Männern ist die Häufigkeit von Eisenmangelanämien geringer. (1) 



Ein Eisenmangel mit all seinen beschriebenen Folgen kann durch eine verminderte Aufnahme, eine gestörte Resorption oder durch erhöhte Eisenverluste entstehen.

Verminderte Aufnahme

  • Kalorienreduzierte Diäten bringen in der Regel auch eine verminderte Mikronährstoffaufnahme mit sich.
  • Einseitige Ernährung mit Weißmehlprodukten, wie Sie heute in unserer Gesellschaft üblich ist, führt oft zu Eisen- und Mikronährstoffmangel.
  • Vegetarische und vor allem vegane Kost kann zu einer geringeren Eisenaufnahme führen. Bei geschickter Nahrungsauswahl mit vielen Vollkornprodukten muss dies allerdings keinesfalls der Fall sein.

Verminderte Resorption

  • Zu einer verminderten Resorption kommt es bei pflanzenbetonter Kost (durch die Phytinsäure in Pflanzen)
  • Eine verminderte Mikronährstoffaufnahme tritt oft bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, weniger Colitis ulcerosa auf.
  • Autoimmunerkrankungen wie die Zöliakie (Die Immunantwort auf Gluten aus Weizen schädigt die Dünndarmschleimhaut).
  • Medikamente wie Antazida und Protonenpumpeninhibitoren (Säureblocker)
  • Erhöhte Phosphataufnahme (Currywurst, Cola)
  • Erhöhte Oxalataufnhame
  • Erhöhte Tanninaufnahme (Rotwein)

Erhöhte Verluste

  • Ein erhöhter Eisenverlust tritt bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa auf.
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Monatsblutung bei Frauen
  • Blutverlust bei operativen Eingriffen
  • Bösartige Tumor-Erkrankungen
  • Magen- und Darm-Tumoren
  • Hämorrhoidalleiden
  • Leistungssport mit Mikrohämolyse und erhöhte Verluste
  • Blutspenden
  • Parasitäre Erkrankungen
  • Schwangerschaft, Geburt
  • Stillzeit
  • Verwendung einer Spirale zur Empfängnisverhütung
  • Chronische Infekte
  • Nierenerkrankungen (Glomerulonephritis)
  • Uterusmyome, gutartige Wucherungen der Gebärmutter
  • Einnahme gerinnungshemmender Arzneimittel wie Marcumar, Aspirin, Antirheumatika (NSAR)


QUELLEN

(1) Iron deficiency anemia in adolescents; a literature review, Nutr Hosp. 2014;29(6): 1240-1249.