Eisen-Sulfat Tabletten

BEI EISENMAGEL

Eisentabletten können zur Therapie des Eisenmangels eingesetzt werden. Es werden dabei schnell freisetzende Präparate von verzögert freisetzenden Eisen-Präparaten unterschieden.

Schnell freisetzende Eisenverbindungen werden im Magen freigesetzt, was zu einem erhöhten Aufkommen an Nebenwirkungen führt, die Resorptionsrate allerdings verbessert. Die verzögert freisetzenden Tabletten sind in der Regel nebenwirkungsärmer, werden aber schlechter aufgenommen. Am schlechtesten ist die Eisenaufnahme von Brausetabletten mit Eisengluconat. Es sei erwähnt, dass die gleiche, schlecht resorbierbare Verbindung auch „eisenhaltigen“ Säften und Tonika zugesetzt wird.

 

Die Resorption aus Eisentabletten liegt bei 3–7 %. Bei einer üblichen Tagesdosis von 100 mg werden also nur 3-7 mg Eisen am Tag zusätzlich aufgenommen. Ob dies viel oder wenig ist zeigt eine einfache Berechnung. Wenn ein Patient sich mit einem Eisenmangel vorstellt und ein Ferritin von 10 µg/ml aufweist, so fehlen ihm überschlägig 1900 mg Eisen, um einen Ferritin-Idealwert von 200 µg/l zu erreichen (Berechnung des Eisenbedarfs). Dies  würde rein rechnerisch also eine Tabletteneinnahme von 380 Tagen bedeuten. Vielen Patienten ist das zu langsam. Hinzukommt, dass die Resorptionsquote mit zunehmend gefüllten Eisenspeichern sinkt. Erfahrungsgemäß wird spätestes die Aufnahme ab Ferritinwerten von 50 µg/l deutlich schlechter und viele Patienten erreichen mit Tabletten keine hohen Eisenwerte mit Ferritinwerten über 100 µg/l. 



Die Effektivität der Therapie mit Eisentabletten zeigt sich frühestens nach 4 Monaten.

Zuletzt bleibt der Therapieeffekt zunächst völlig unklar. Üblicherweise wird nach 3 Monaten der Substitution eine 2-wöchige Tabletteneinnahmepause eingehalten, um dann den Eisenspiegel neu zu bestimmen. Da die Resorption des Eisens bei jedem Menschen unterschiedlich ausfällt, ist das Ergebnis kaum vorhersagbar. Dennoch handelt es sich bei Eisentabletten um ein einfaches und sicheres Verfahren zum Ausgleich eines Eisenmangels. Die Nebenwirkungshäufigkeit ist dabei leider nicht gering. So wird die Therapie von 20 % der Patienten meist aufgrund von Nebenwirkungen des Verdauungstraktes (Verstopfung, Übelkeit) abgebrochen.

Hier lesen Sie eine vergleichende Übersicht von gängigen Eisenpräparaten auf dem deutschen Markt:

               schnell freisetzend verzögert freisetzend Brausetabletten  
  Präparat     Eryfer® Ferrosanol® duodenal 100 mg Lösferron®  
  Wirkstoff     Eisen(II)-sulfat Eisen(II)-glycin-sulfat-Komplex Eisen(II)-gluconat  
  Eisendosis/Tbl.     100 mg 100 mg 80 mg  
  Empfohlene Dosis     1 Tbl/d 1 Tbl/d 1 Tbl/d  
  Resorptionsquote (nach Heinrich. DAZ 1986;14:681 – 690)     7,7 mg/Tbl 6,6 mg/Tbl 3,1 mg/Tbl  
  Kosten/Tbl.            
               
  Nebenwirkungen              
  Häufig (≥ 1/100, <1/10)

      Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall, Verstopfung, Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen Reversible Zahnverfärbung  
               
  Gelegentlich (>1/1.000, <1/100)



    Nebenwirkungen leichter Art wie Appetitlosigkeit, Magendruck, Durchfall, Völlegefühl oder Verstopfung Selten: Brechreiz oder Erbrechen   Magen-Darm-Störungen, wie z.B. Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung oder Durchfall; unbedenkliche Schwarzfärbung des Stuhles. Bei Magen-Darm-Störungen sollten Sie mit Ihrem Arzt über eine eventuelle Änderung in der Art der Anwendung des Präparates sprechen (s. Abschnitt "Art der Anwendung")  
               
  Selten (>1/10.000, <1/1.000)


      Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Hauterscheinungen, Exanthem, Hautausschlag und Nesselsucht), reversible Verfärbung der Zahnbereiche Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Hauterscheinungen)  
               
  Sehr selten <1/10.000

    allergische Reaktionen, z.B. als Erythem, Pruritus, Bronchospasmus oder anaphylaktischer Schock      
               
  Unklare Häufigkeit       Bauchschmerzen, Oberbauchschmerzen    


Wie sollten Eisentabletten eingenommen werden?

  • Morgens auf nüchternen Magen eine Stunde vor dem Essen
  • Mit 2 Std. Abstand zur letzten/nächsten Mahlzeit
  • mit Vitamin C (Orangensaft)
  • nicht mit Kaffee, Tee, Milch und Colagetränken